Männergesangverein Zunzingen e.V.

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Historie GV Zunzingen

Der Gesangverein Zunzingen wurde 1882 oder 1883 von sangesfreudigen Männern aus der Taufe gehoben. Genaue Unterlagen aus dieser Zeit sind leider nicht mehr vorhanden, aber alle Aufzeichnungen aus späteren Jahren erwähnen diese Jahreszahlen. Sicher ist, daß Hauptlehrer Vollmer erster Dirigent war und Karl Eckerlin zum Vorstand gewählt wurde.

Der Verein war in Tätigkeit, bis der Erste Weltkrieg für eine Unterbrechung sorgte. Aber bereits im Frühjahr 1919 wurde die Neugründung vollzogen. Der Chor nahm gleich eine gute Entwicklung und hatte bereits 1920 27 aktive und 20 passive Mitglieder. Erster Vorsitzender nach der Neugründung war Alfred Bolanz. Dirigent war der allseits hochgeschätzte spätere Verbandschorleiter Albin Neininger, unter dessen Leitung der Chor bis 1932 beachtliche Leistungen erbrachte. Gar manche Medaille und manche Urkunde brachte der Verein von den damals üblichen Wettsingen mit nach Hause. Vielleicht waren diese Erfolge aber auch auf die offenbar herrschende Disziplin zurückzuführen, denn für eine versäumte Singstunde wurden die Sänger unerbittlich mit einer Reichsmark zur Kasse gebeten.

Unsere Chorväter von 1927
Unsere Chorväter von 1927

Das Feiern verstanden die Sänger aber wohl ebenso gut, denn in einer Rechnung vom 30. Dezember 1920 vom Kronen-Wirt in Zunzingen "An den wohllöblichen Gesangverein" tauchen immerhin 24 Liter Wein nebst 10 Zigarren auf. Bei den Jahresfeiern wurde der Dorfbevölkerung neben gutem Gesang auch allerlei Ulk geboten. - Wie anders wäre es sonst zu erklären, daß der Verein sich 1920 beim Friseur Grimm aus Müllheim sechs Damenperücken ausgeliehen hatte. Wenn nur die Großherzogliche Steuereinnehmerei nicht gewesen wäre, die dem Verein eine Rechnung schickte, weil bei dieser Jahresfeier von 1920 Lose verkauft worden waren!

Feierliche Fahnenweihe
Feierliche Fahnenweihe

Vereinsfahne
Vereinsfahne

1921 trat der Verein dem Untermarkgräfler Sängerbund bei. Das Jahr 1925 war ein sehr bedeutsames in der Vereinsgeschichte, denn in diesem Jahr feierte der Verein seine Fahnenweihe. Für das kleine Dorf Zunzingen war dieses Fest natürlich mit großer Aufregung verbunden, denn nicht weniger als 21 Vereine aus der Umgebung nahmen daran teil, jeder mit etwa 25 Sängern, so daß den 180 Zunzinger Einwohnern allein 525 auswärtige Sänger gegenüber standen, von den vielen Gästen und Zuschauern gar nicht zu reden. Der Gesangverein Obereggenen machte auf seiner Anmeldung übrigens noch folgenden Zusatz: "Der Gesangverein beabsichtigt, mit Fuhrwerk dort einzutreffen. Wir ersuchen um Mitteilung, ob genügend Stallungen vorhanden sind." Den Einnahmen aus dieser Fahnenweihe war es sicher auch zu verdanken, daß der Verein noch im selben Jahr ein gebrauchtes Klavier kaufen konnte, was den Sängern sicherlich eine große Hilfe beim Einstudieren der Lieder war.

In den Jahren bis zum Zweiten Weltkrieg war der Verein unter dem Vorsitz von Erwin Kuni, Max Bolanz und Hans Kopp stets im Mittelpunkt des dörflichen Geschehens. Den Dirigentenstab führten von 1932 bis Kriegsbeginn Bernhard Bürgelin und Eugen Dörflinger. 1932 beging der Verein sein 50-jähriges Bestehen. Die Freude am Singen und der Gemeinschaftsgeist hielten den Verein auch in jenen Jahren immer zusammen; selbst die Hosenträger wurden gemeinschaftlich über den Gesangverein bestellt. Kurz nach Beginn des Zweiten Weltkrieges war auch für die Zunzinger Sänger die Zeit des unbeschwerten Singens vorbei: der Verein mußte seine Tätigkeit einstellen.

Am 23. Oktober 1947 erteilte das Landratsamt mit Genehmigung der französischen Behörden seine Zustimmung zur Neugründung. Zum Vorstand wurde damals Willi Lehmann gewählt, Dirigent war Arthur Jenne, später Bernhard Mensemer und Helmut Geugelin. Nach Willi Lehmann folgten in der Vereinsführung Hugo Lindemann, Fritz Ehret und Erwin Bolanz.

Der Chor im Jahr 1958
Der Chor im Jahr 1958

Im Jahre 1958, und zwar vom 12. bis 14. Juli, feierte man das 75-jährige Bestehen. Die Vereinsmitglieder hatten lange und mühevolle Vorarbeit zu leisten, bis der Dreschschopf für dieses Fest einen guten Rahmen abgeben konnte. Mit Schilfmatten wurden gemütliche Nischen geschaffen, ausgestaltet vom damaligen Dirigenten, Friedrich Kaiser. Auf einer benachbarten Wiese waren Tische und Bänke aufgestellt, Tanzboden und Kletterbaum durften nicht fehlen. Viele Chöre waren damals zu Gast, aber auch die Turner aus Britzingen und der Radfahr-Verein aus Neuenburg zeigten ihr Können.

Festumzug durch Britzingen anläßlich eines Sängerfestes
Festumzug durch Britzingen anläßlich eines Sängerfestes

Zu erwähnen sei noch, daß zu dieser Zeit mit gemischtem Chor gesungen wurde. 1961 wurde nochmals ein großes Fest im Dreschschopf veranstaltet. Später war dies nicht mehr machbar, weil der Einsatz von Zeit und Geld einfach zu groß war, um so etwas zur Dauereinrichtung zu machen. Der Verein wurde bis 1974 vom unvergessenen Friedrich Kaiser dirigiert. Seine Nachfolge übernahm Helmut Schwitalla, der den Chor bis 1983 leitete.

Mit seinem Nachfolger, Lothar Welsen, bestritt der Verein am 5. November 1983 sein großes Jubiläumskonzert zum 100-jährigen Bestehen im Bürgerhaus in Müllheim. Gastchöre waren die Chorgemeinschaft Britzingen, der Gesangverein Dattingen, die Sängervereinigung Müllheim und der Männergesangverein Wörth am Rhein, der mit 65 Sängern anreiste. Vorstand Walter Berthel - damals schon fast 20 Jahre im Amt - erhielt die Ehrennadel des Landes und das Ehrenglas der Stadt Müllheim.

Der Chor im 100. Jubiläumsjahr
Der Chor im 100. Jubiläumsjahr

Am 5. Juni 1993 schließlich konnte das 110-jährige Bestehen mit einem weiteren Jubiläumskonzert in der Neuenfelshalle in Britzingen unter Beteiligung der Sängervereinigung Müllheim und des Kirchenchores St. Michael aus Tunsel festlich begangen werden.

Vorstände seit 1985 waren Gerhard Bolanz und Helmut Walter. Seit 1997 führt Klaus Lindemann den Verein. Nach dem Ausscheiden von Lothar Welsen als Dirigent im Jahr 1989 übernahm Hermann Geugis für ein Jahr den Verein, danach Achim Frey für 3 Jahre. Seit 1994 ist Horst Nonnenmacher Dirigent.

Der Chor 1999 in den Weinbergen
Der Chor 1999 in den Weinbergen

Der Zunzinger Männergesangverein e.V. - die Eintragung als e.V. erfolgte 1998 - ist aus dem dörflichen Leben nicht wegzudenken. In seinen Jahreskonzerten gibt der Verein einen Überblick über seinen Leistungsstand, weltliche und kirchliche Ereignisse im Dorf bereichert er mit seinen Beiträgen und der jährliche Ausflug steht für die ganze Dorfbevölkerung offen. 1996 zum Beispiel führte der Ausflug 4 Tage nach Ungarn. Der Verein ist zudem Vertreter Zunzingens beim alljährlich stattfindenden Müllheimer Stadtfest und - zusammen mit der Feuerwehr Zunzingen - auch beim Winzerfest in Britzingen.

Verwegene Landsknechte auf der 1200-Jahr-Feier von Zunzingen
Verwegene Landsknechte auf der 1200-Jahr-Feier von Zunzingen

Ein weiterer Höhepunkt war das 120-jährige Jubiläum, das am 24. Mai 2003 mit einem großen Konzert in der Neuenfelshalle in Britzingen gefeiert wurde. Zum Gelingen beigetragen haben ganz wesentlich der gemischte Chor aus Schweighof und der MGV Konkordia Balzfeld aus dem Heimatort unseres aktiven Sängers, Michael Huber.
Im Jahr 2008 konnte das 125-jährige Bestehen mit einem Jubiläumskonzert am 21. Juni in der Martinskirche in Müllheim begangen werden. Am 12. und 13. Juli wurde im Festzelt bei der Zunzinger Schule gefeiert. Es war ein großes Fest mit Beteiligung der Chöre aus Müllheim, Britzingen, Dattingen, Vögisheim und Riedlingen. "Ein Dorf feiert", war das Motto unseres Festes und hätte treffender nicht gewählt werden können. Viele aus dem Dorf haben mitgemacht und uns bei Vorbereitung und Durchführung der Festlichkeiten sehr unterstützt.

Der Chor im Jubiläumsjahr 2008
Der Chor im Jubiläumsjahr 2008

Seit 2011 ist Michael Huber 1. Vorstand und führt seitdem die Geschicke des Vereins.

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